Die Kaderschmiede der Filmstadt Mannheim

BILLIE AWARD VOL. 2

Foto: Maria Schumann

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Mit seltenem Stargast

MANNHEIMER SCHILLERTAGE JETZT AUCH IM KINO

Seit langem arbeiten das Nationaltheater Mannheim und die Filmtheaterbetriebe Spickert gut zusammen, seit letztem Winter bieten sie sogar ein gemeinsames Abo für Theater- und Kinobesuche an. Für die Schillertage kooperieren die beiden Institutionen jetzt auch inhaltlich und das Cineplex wird zum ersten Mal zur Festival-Spielstätte: Am 18. Juni um 11 Uhr läuft im Rahmen des offiziellen Festival-Programms die Aufzeichnung der viel beachteten Don-Carlos-Inszenierung vom Wiener Burgtheater. Anschließend diskutieren Burkhard C. Kosminski und die Regisseurin Andrea Breth.

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Der kalte Jakobsweg im Winter endete in Mannheim

PILGER AUF DER STRASSE DES LEBENS

(hr) Das Kino ist voll mit besonderen Geschichten. Da werden Tellerwäscher zu Millionären, Hausfrauen zu Agentinnen und Wirtschaftsmagnaten zu Superhelden. Doch das Abenteuer „Kino“ ist nicht auf den Zauber der Leinwand beschränkt. Fast jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter kann eine besondere Geschichte erzählen. Manche davon sind filmreif – wie die von Bastian Pilger.

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Promotion

DER KINO-ARCHITEKT VON NEUSTADT SPRICHT ÜBER DIE PHILOSOPHIE SEINER ARCHITEKTUR

Fotos: Jessen Oestergaard

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3 Fragen an ...

... ACHIM IHRIG

Achim Ihrig ist Mitglied der Geschäftsleitung der DIRINGER & SCHEIDEL Unternehmensgruppe (D&S) und verantwortlich für den Dienstleistungsbereich. Dass D&S weit mehr kann als bauen, weiß Mannheim spätestens seit der Eröffnung des Quartiers Q 6 Q 7. CARPET ROUGE hat bei Achim Ihrig nachgefragt:

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Exklusiv-Interview im Chateau Pompöös, dem geheimen Wohnsitz des schillernden Prince of Pompöös

VOM GLAUBEN UND VON DER GROSSEN SPANNWEITE DES HARALD GLÖÖCKLER

Foto: Maria Schumann

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Starbesuch zu "Dimitrios Schulze"

FÜR FILM IST MANNHEIM EINE FANTASTISCHE STADT

Fotos: Maria Schumann

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Hendrik Hoffmann freut sich auf den kreativen Austausch

EIN METROPOLITANER IST ZURÜCK IN MANNHEIM

Foto: Sebastian Weindel

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Mannheim stand an der Wiege der Karriere von Peter Simonischek

EIN GRANDSEIGNEUR ERZÄHLT

Foto: Harry Stuhlhofer

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Otto Waalkes über Synchronsprecher und die Kunst, Trickfilm-Figuren Leben einzuhauchen

SPRACHE ALS CHARAKTER-AUSDRUCK

Mit dem deutschen Comedian Otto Waalkes ist eine ganze Generation gemeinsam alt geworden. Otto hat den Ulk und die Komik im deutschen Fernsehen und im Film hoffähig gemacht. Der 68-Jährige zählt bis heute zu den ganz Großen im deutschen Unterhaltungsbusiness.
In Mannheim ist er ein gerne und oft gesehener Gast. Das Publikum hier findet er fantastisch, und mit den Jahren sind sogar private Freundschaften in der Quadratestadt gewachsen. Als die Film-Maschine Hollywood charakteristische Sprecher für die Zeichentrick-Urweltsaga „Ice Age“ suchte, klopften die Produzenten bei Otto an. Otto machte das Faultier Sid zum Publikumsliebling. Das Geheimnis dieses Erfolges wollten auch die US-Produzenten ergründen. Um den fünften Teil von Ice Age zu promoten, war Otto im Sommer wieder mal in Mannheim. CARPET ROUGE hat mit ihm über die Kunst gesprochen, Trickfilm-Figuren Leben einzuhauchen.

Foto: Daniel Reinhold Copyright Rüssl Musikverlag GmbH

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Berlinerin spielt Mannheimerin

DIE FRAU FÜR RADIKALE ROLLEN

Katharina Schüttler ist eine Ausnahme-Schauspielerin. Obwohl noch jung, sucht sich die Mutter von zwei Töchtern ihre Rollen sehr genau aus. Sie spielt mit Vorliebe Charakterrollen, die vom Leben hin und hergerissen sind. Katharina Schüttler ist mit dem Deutschen Fernsehpreis und dem Deutschen Theaterpreis ausgezeichnet.

In dem Film „Die Welt der Wunderlichs“ spielt sie eine alleinerziehende Mutter in Mannheim, die neben einem ADHS-Sohn auch noch einen manisch-durchgeknallten Vater und einen restlos unverantwortlichen Ex-Mann an der Backe hat.


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3 Fragen an ...

... THOMAS STECKENBORN

Manche Lebensläufe lesen sich wie nicht asphaltierte Pisten. Thomas Steckenborn (53) hat so einen Lebenslauf: Gebirgsjäger, Asienreisender, Betriebswirt, erfolgreicher Unternehmensgründer, Aufsichtsrat der Medienund Filmgesellschaft Baden-Württemberg, engagierter Regionalvorsitzender des Verbandes DIE FAMILIENUNTERNEHMER Metropolregion Rhein-Neckar. Motorsport mit der „schnellsten Bewerberrunde“ und Wassersport als Kick, Reisen abseits des Normalen und Urlaub als kreative Pause. Sein Unternehmen heißt CEMA und macht IT-Lösungen, Beratung, Projekte und Service. Darin ist die CEMA richtig gut und gehört mit 10 Standorten und einem IT Service Center zu den 50 größten Systemhäusern in Deutschland.
CARPET ROUGE hat Thomas Steckenborn nach der Zukunft des Kinos gefragt.

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Star-Architekt gibt dem CinemaxX in Mannheim ein urbanes Kleid

DER, DER DEN TEMPEL ZUM LEBEN ERWECKT

Jürgen Presser ist ein Ausnahme-Architekt. Obwohl Unternehmer mit Angestellten, ist er geblieben, was er am liebsten ist – ein Künstler, der mit den Werkzeugen der Architektur ein Lebensgefühl erzeugt. Presser und sein Team sind seit vielen Jahren die Haus- und Hofarchitekten der Filmtheaterbetriebe Spickert. Vielleicht liegt es daran, dass die Mannheimer Kinos ein so besonders stylisches Flair haben. Jetzt hat Presser die Komplett-Renovierung des CinemaxX geplant und geleitet.

Foto: Jessen Oestergaard

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Frauenschwarm Tom Beck im Interview

DIE SACHE MIT DEM RUHM

Die Mannheimer Kinos sind immer wieder ein willkommener Zwischen-Stop für Stars on tour. Hier ist das Publikum begeistert, die Säle sind voll und die Kino-Organisation trägt ihre Stars auf Händen. Neulich schauten Milan Peschel, Tom Beck und Axel Stein vorbei, sprachen über die deutsche Komödie „Männertag“ und waren von der Junggesellen-Abschiedsatmosphäre des Films noch sichtlich infiziert. Launige Antworten bei einem Bierchen waren angesagt. Ganz offensichtlich sind die Drei während der Dreharbeiten Freunde geworden.

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Events mit Glamour im CinemaxX & Cineplex

EVENTS MIT GLAMOUR IM CINEMAXX UND CINEPLEX

Sie alle trafen sich auf dem "roten Teppich" in Mannheim. Film, Kino und viele wunderbare Menschen machen die Lichtspiel-Tempel der Quadratestadt zur Event-Location Nr.1

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Nora Tschirner –Der geheimnisvolle Star

JUNG, SPONTAN, HUMORVOLL – UND NICHT AUF’S MAUL GEFALLEN

Im deutschen Show-Bizz gibt es Stars, von denen noch richtig viel erwartet wird. Die heute 34-jährige Nora Tschirner (Sternzeichen Zwilling) ist so ein Star. Immer wenn Nora Tschirner etwas Neues macht, überschlägt sich die Presse, spricht vom „Berliner Wirbelwind“, von einer Alleskönnerin, der gute Laune und Lebendigkeit nur so aus jeder Pore sprüht. Das Spektrum ihres künstlerischen Schaffens ist allerdings beeindruckend.

Noch als Mitglied der Theater-AG am Rosa-Luxenburg-Gymnasium in Berlin-Pankow, an dem sie elf Jahre nach der Wende ihr Abi machte, bekam Nora Tschirner eine kleine Fernseh-Rolle in der ZDF-Kinderserie „Achterbahn“. Gleich nach dem Abi im Jahre 2001 ging sie in ein Casting bei MTV Germany und bekam den Moderatoren-Job. Danach: Fernsehrollen, Filme – sowohl Matthias Schweighöfer als auch Till Schweiger holten sie als weibliche Protagonistin.

Doch statt Star-Allüren zu bekommen, machte sie ihr eigenes Ding – sie konzentrierte sich auf Musik mit ihrer Musik-Band „Prag“, sie wagte sich an eine Regie-Arbeit mit einer Dokumentation über äthiopische Frauenschicksale, sie lieh ihre Synchronstimme dem Super-Aktion-Weib Lara Croft im Computerspiel ebenso

wie der selbstbewussten Trickfilm-Königstochter Merida im schottischen Hochland, sie drehte Liebes-Komödien und verdingte sich als Tatort-Kommissarin von Weimar. Bunter kann eine Palette kaum sein.

 

Zugleich achtet die Tochter eines Dokumentarfilmregisseurs und einer Kulturjournalistin nach eigenen Worten „ziemlich bissig“ darauf, dass Persönliches ihre Privatsache bleibt. Zumindest allgemein zugängliche Quellen wissen weder den Namen des Vaters noch das Geschlecht ihres zwei Jahre alten Kindes. Und es gibt von Nora Tschirner nur wenige Interviews. – Kurz, Nora Tschirner ist eine interessante Frau. Im September 2016 kommt die Bambi-Gewinnerin mit „SMS für Dich“ unter der Regie von Karoline Herfurth wieder auf die Leinwand.

Gemeinsam mit den Filmreportern des Ricore Pressebüros in München hat CARPET ROUGE die jüngsten Interviews von Nora Tschirner nach Aussagen durchforstet, die den ebenso hinreißenden wie scheuen Star charakterisieren. Die Fragen und Antworten stammen ungekürzt aus den jüngst den Filmreportern gegebenen Interviews und bilden eine einmalige Interview-Collage.


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3 Fragen an ...

... WERNER PFITZENMEIER

Wer auf seiner Homepage ein wenig stöbert, findet unter dem schlichten Titel „Historie Werner Pfitzenmeier“ etwas über den Chef (www.pfitzenmeier.de/historiemovie.html). Auf Wortbeiträge verzichtet das Videoporträt.
Allein die Bilder sprechen Bände. Sie zeichnen den Lebenslauf eines Visionärs nach: Erst ein kleiner, sehr sportlicher Junge an den Ringen, dann ein junger Mann mit gestähltem Körper und schließlich ein strahlender Jungunternehmer, flankiert von Prominenten wie Til Schweiger, Boris Becker oder Bülent Ceylan – und wieder Arnold Schwarzenegger. Dazu getragene Klaviermusik – das reicht, um nachhaltig Eindruck zu hinterlassen. Wer sich den Film mehrmals anschaut, dem stechen besonders die Bilder eines markanten Zeitungs-Titel mit den Worten „Think bigger“ ins Auge. In der Tat: Werner Pfitzenmeier hat groß gedacht, schon sehr früh. Heute ist seine Unternehmensgruppe („since 1978“) ein Fitness-Konzern mit stetigem Wachstum, der – insbesondere in der Region Rhein-Neckar – längst nicht mehr nur Fitness, sondern ein positives Lebensgefühl auf allen Ebenen verkauft.
CARPET ROUGE hat Werner Pfitzenmeier 3 Fragen gestellt:

Wer sich früher etwas gönnen wollte, ist ins Theater, in die Oper, ins Kino oder einfach Kaffeetrinken gegangen. Heute gehen viele ins Fitness-Studio. Wandelt sich gerade gesellschaftlich die Idee, was Kultur, Rrbauung und Genuss eigentlich ist?
Werner Pfitzenmeier: Ich glaube nicht, dass das mit einer veränderten Vorstellung von Genuss und Kultur zu tun hat, sondern damit, dass wir in unseren Anlagen mittlerweile eine immens große Bandbreite an Bedürfnissen abdecken. Das wäre in derlei Dimensionen vor 30 Jahren noch völlig undenkbar gewesen. Eins der großen Erfolgsrezepte unserer Unternehmensgruppe ist, dass wir für wirklich jede Zielgruppe das passende Angebot etabliert haben. Unsere sieben Marken und unsere große Zahl an Resorts und Clubs ermöglichen uns, auf die Bedürfnisse und Wünsche einer jeden Kundin und eines jeden Kunden, ob jung, ob alt, ganz individuell einzugehen. Das wiederum ist die Grundlage dafür, dass unsere Mitglieder ganz direkt ein positives Körper- und Lebensgefühl erfahren. Was könnte erbaulicher sein als das?

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Arzu Öntürkler ist die Kinomanagerin des Plankenkinos Cineplex

"ICH FREUE MICH AUF DEN KINO-SOMMER"

Arzu Öntürkler geht täglich ins Kino, viele Stunden lang. Aber zum Filmeschauen kommt sie kaum. Arzu Öntürkler ist die Theaterleiterin im Cineplex. Sie sorgt für das Kino-Feeling und dafür, dass alles geboten wird, was Kino braucht. Dennoch, Arzu Öntürkler schaut sich manche Filme „auf jeden Fall“ an. CARPET ROUGE hat sie gefragt, auf welche Filme sie sich besonders freut.


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Inside-Blick eines Mannheimers auf das Filmbusiness und den neuen Dokumentarfilm

FILMSTADT MANNHEIM?

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Gespräch mit Rudolf Kowalski über sich, Mannheim und die Zukunft des Kinos

JA, DER HERR HAMLET

Rudolf Kowalski (67) gehört irgendwie bis heute zu Mannheim. Hier am Nationaltheater war er mehrere Jahre engagiert und die Mannheimer liebten ihn. Gewohnt hat er immer in der Innenstadt, erst in kleinen Wohnungen in B 1, dann in H 3 und später mit seiner Frau in der Karl-Ludwig-Straße. In Mannheim hat er seine Frau, die Schauspielerin Eva Scheurer, kennengelernt. CARPET ROUGE traf Rudolf Kowalski in Bonn und plauderte mit dem Film- und Fernsehstar über Vieles aus der Szene.

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Christoph Waltz gibt Antwort

WIRKLICH DER SCHURKE VOM DIENST?

Christoph Waltz (58) ist der Shooting-Star aus Europa. Seit seinem grausam unter die Haut gehenden Auftritt als SS-Standartenführer Hans Landa in Quentin Tarantinos Film „Inglourious Basterds“ im Jahre 2009 avancierte Waltz in Hollywood mit schurkisch-zynischen Rollen. Für die beste Nebenrolle in den „Basterds“ regnete es höchste Auszeichnungen bis zum Oscar. Jetzt Weltstar scheint Christoph Waltz auf Fieslinge abonniert. Er lebt in Los Angeles und Berlin. Sogar im neuen „Bond“, der Anfang November anläuft, scheint ihm die Rolle des bösartigen Protagonisten zugedacht. Das munkelt zumindest die Branche. Seit 2010 topt ein Hit den nächsten und immer ist Waltz ein „Ungustl“, wie man in Wien sagen würde – in „The Green Hornet“, in „Wasser für die Elefanten“, in „Der Gott des Gemetzels“ unter der Regie von Roman Polanski und in „Django unchained“, wieder mit Quentin Tarantino. Diese scheinbare Festlegung und die Faszination eines Aufstiegs zum Weltstar binnen sechs Jahren inspirierte CARPET ROUGE zu einem besonderen journalistischen Projekt. Gemeinsam mit den Filmreportern des Ricore Pressebüros in München verfasst CARPET ROUGE ein sehr persönliches Interview mit Christoph Waltz. Die Fragen und Antworten stammen aus mehreren Interviews und zeichnen einen nachdenklichen Star.

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Milan Peschel in Mannheim

SYMPATHISCHE BERLINER SCHNAUZE

Wer zu Milan Peschel recherchiert, stößt auf ein Phänomen. Das World-Wide-Web lässt sich seitenlang über sein künstlerisches Schaffen aus – als Schauspieler und Regisseur, sowohl auf der Bühne als auch auf der Leinwand. Aber über sein Privatleben – kaum ein Wort. Selbst Wikipedia vermeldet nur lapidar: geboren 1968 in Berlin, zwei Kinder – basta. Es folgt eine lange Liste seines Schaffens, den deutschen Filmpreis eingeschlossen. Privat luden Peschel und das CinemaxX Mannheim die Heidelberger Theatertruppe, mit der Peschel aktuell Sternheims „Die Kassette“ inszeniert, in den Film „Der Nanny“ ein. Am Rand traf CARPET ROUGE den sympathischen Typ mit der Berliner Schnauze.

Lassen Sie sich gerne in Schubladen stecken?

Milan Peschel: Ist mir völlig egal, ob Leute mich in Schubladen stecken. Hauptsache man steckt sich nicht selber in ’ne Schublade. Das ist die Hauptsache. Was die anderen Leute denken oder wahrnehmen, das muss einem als Künstler sowieso egal sein.

Sie arbeiten gern und viel mit Matthias Schweighöfer. Wie würden Sie die Qualität dieser künstlerischen Zusammenarbeit beschreiben?

Peschel: Das ist vor allem eine menschliche Qualität, weil wir auch Freunde sind. Und hier kommt wieder der Genuss-Faktor mit ins Spiel. Ich schätze sehr an ihm, dass es ihm wichtig ist, auch Arbeitszeit mit Freunden und mit Familie zu verbringen. Und darüber hinaus hat er sich in den letzten vier Filmen, die wir zusammen gemacht haben, als ein Regisseur erwiesen, der ganz genau weiß, was er möchte, der nicht rum laviert, der auch mal Krisensituationen aushält und eben – wenn nötig – noch ’nen Drehtag dazu packt. Das heißt, er weiß, was er möchte und was er nicht möchte.

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Mario Adorf beim 5. europäischen Filmfestival der Generationen im CinemaxX - Lebensträume und Lebensspuren als Thema

EIN GRANDSEIGNEUR ANTWORTET

DAS FESTIVAL


Vom 7. bis 10. Oktober hat das 5. Europäische Filmfestival der Generationen in 35 Städten und Gemeinden der Rhein-Neckar-Region und Europas stattgefunden. Das CinemaxX in Mannheim weiß sich glücklich, Gastgeber des Eröffnungsfilms mit Mario Adorf und des ersten wissenschaftlichen Symposiums zum Thema „Zukunft Altern“ gewesen zu sein.


Mit der Idee des „Festival der Generationen“ ist dem federführenden Psychologischen Institut der Universität Heidelberg ein bemerkenswerter Kunstgriff in der modernen Mediengesellschaft gelungen. Das Festival verquickt kongenial die notwendige gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der demografischen Entwicklung mit cineastischer Unterhaltung, wissenschaftlicher Reflexion und einem attraktiven Ausgeh-Event für Jung und Alt. So rückt das Festival ein brennendes Thema in vielfältigen Facetten fast spielerisch in den Fokus der gesellschaftlichen Diskussion. Die Lichtspielhäuser bilden den idealen Rahmen für dieses Konzept und die Kinos in Mannheim sind stolz darauf, dieser richtungweisenden Idee das große Auftakt-Forum gegeben zu haben, das diesem Festival gebührt.


Mario Adorf, der Grandseigneur des Deutschen Kinos, unterstützt das „Europäische Filmfestival der Generationen“ als Idee und als Konzept. Sein Film „Der letzte Mentsch“ war der diesjährige Eröffnungsfilm und ihm war es ein Anliegen, bei der Eröffnung dabei zu sein. Seit über 60 Jahren ist der heute 84-jährige auf der Bühne und vor der Kamera präsent. So ist er ein leuchtendes Beispiel für den Satz: „Man ist so alt, wie man sich fühlt“.


Mehr als bei anderen Schauspielern hat Mario Adorf mit zunehmendem Alter die Charaktere gewechselt, mutierte zum Piratenkapitän, zur schillernden Politiker-Persönlichkeit, zum Familien-Patriarchen oder zum väterlichen Freund. In „Der letzte Mentsch“ spielt er einen KZ-Überlebenden, der sich am Ende seines Lebens seine Identität zurückholen will und dabei vor bürokratischen und menschlichen Hürden steht.

DAS INTERVIEW


Sie sind in Zürich geboren, haben einen italienischen Vater, sind in der Eifel aufgewachsen, leben heute in Paris, machen in St.Tropez Urlaub und bezeichnen sich als Kosmopolit. Sind Sie in den heutigen Zeiten auch ein überzeugter Europäer?

Mario Adorf: Ich habe mich schon für einen Europäer gehalten, als Europa nur ein geographischer Begriff war. Heute ist Europa ein politisch-wirtschaftliches Gebilde, das vor allem aber den Frieden zwischen den beteiligten Nationen garantiert und allein schon deshalb nicht in Frage gestellt werden darf.

Was ist an Europa so bemerkenswert und wird zu gerne und zu schnell vergessen?

Mario Adorf: Wenn heute die europäische Idee schon wieder angezweifelt oder sogar bekämpft wird, vergisst man, dass vor gar nicht langer Zeit Europäer Kriege gegeneinander führten.

Das „Europäische Filmfestival der Generationen“ ist ein Projekt, mit dem durch Filme Unterhaltung und Diskussion über Ländergrenzen hinweg gleichermaßen geleistet werden soll. Warum unterstützen Sie ein solches Projekt so ausdrücklich?

Mario Adorf: Europa muss mehr sein, als eine wirtschaftliche oder politische Interessengemeinschaft. Es braucht einen kulturellen Überbau. Um diesen zu bilden und zu fördern sind der Film und das Fernsehen ein ganz wichtiger Teil auf dem Weg zu einem Gemeinschaftsgefühl, einer kulturellen Zusammengehörigkeit Europas.

Zur Festivaleröffnung sind Sie Gast in Mannheim. Kennen Sie Mannheim und die Rhein-Neckar-Region und was assoziieren Sie mit den Städten und der Region?

Mario Adorf: Ich bin Rheinländer, stamme aus der Eifel, ziehe aber in meinem Heimatgefühl keine Landesgrenzen, weder nach Norden zum vertrauten kölnisch-rheinischen, noch nach Süden zum ebenfalls genau so heimatlich empfundenen rheinisch-pfälzischen Gebiet, von dem es ja nur ein Schritt ins Badische ist. Für mich ist bei aller Verschiedenheit in den Dialekten eine Verwandtschaft spürbar, ich selbst mache da keinen Unterschied. Adenauer und Millowitsch gehören zu mir genau so wie Albert Bassermann und Sepp Herberger. Außerdem kenne ich Mannheim von vielen Gastspielen her.

In dem Film „Der letzte Mentsch“ geht es um Identitätssuche. Ist das auch ein Thema für Sie und beschäftigt Sie dieses Thema heute mehr als noch vor Jahren?

Mario Adorf: Mich hat die Figur des Menachem Teitelbaum in „Der letzte Mentsch“ sehr berührt. Mir selber ist ein solches Schicksal erspart geblieben. Daher kannte ich kein Identitätsproblem. Ich hatte das Glück, immer „bei mir“ zu sein.

Es gibt den Spruch „Älter werden ist nichts für Feiglinge“. Würden Sie diesen Satz unterschreiben?

Mario Adorf: Dieser Satz stammt ja von meinem kürzlich verstorbenen Freund Joachim Fuchsberger. Sein Leben als alternder Mann war sehr geprägt von schwerer Krankheit und dem tragischen Tod seines Sohnes. Er brauchte gewiss eine große Portion Mut, um dies alles zu ertragen und zu überwinden. Das habe ich bei ihm bewundert und respektiert. Für mich selbst könnte ich diesen Satz nicht unterschreiben. Es wäre überheblich, wenn ich für mein Altern Mut beanspruchen würde. Ich sehe mein Älterwerden weder als eine große Heimsuchung, noch als einen Grund für die beliebte Seniorenheiterkeit. Für mich ist das Älterwerden ein sicher nicht schmerzloser Prozess, aber es ist die notwendige Annäherung an das Ende, die ich mit Neugierde beobachte und mit Gelassenheit zu akzeptieren versuche.

Und was sagen Sie zu dem Postulat von Churchill: „Wer mit 30 kein Sozialist ist hat kein Herz und wer mit 60 noch Sozialist ist hat keinen Verstand“?

Mario Adorf: Wenn ich mich richtig erinnere, sprach Churchill nicht von Sozialisten, sondern von Liberalen unter 30 und von Konservativen über 30. Vielleicht würde sein Zitat: „Lassen Sie Europa entstehen!“ besser passen. Oder sein „No Sports!“ das erstens nicht gesichert von ihm stammt und zweitens nicht stimmt, denn Churchill war ja zumindest in der Jugend ein sehr aktiver Sportler als Fechter, Reiter, Polospieler und soll mit 70 noch an einer Fuchsjagd teilgenommen haben.

Im Alter fit zu bleiben und geistig lebendig, wird als ebenso wünschenswert wie als nicht einfach empfunden. Haben Sie ein Rezept und gibt es Dinge, die Sie jedem empfehlen würden?

Mario Adorf: Ich versuche körperlich fit zu bleiben aber ohne sportlichen Ehrgeiz. Was die geistige Fitness betrifft, so hilft mir allein schon oder noch die berufliche Beschäftigung mit Texten, das Lesen, das Schreiben und das Rezitieren.

Gehört ins Kino gehen auch dazu?

Mario Adorf: Ja, auch wenn ich zugeben muss, dass ich kein großer Kinogänger bin. Ich sehe mir die wichtigen Filme an. Ich liebe es, in Frankreich ins Kino zu gehen, um dort die Filme in der Originalsprache zu sehen. Ich halte nichts von der Synchronisation. Untertitel tun’s ja auch, wenn man die Sprache nicht versteht. Ich sehe zum Beispiel lieber einen japanischen Film in der Originalsprache. Japanische Schauspieler von deutschen Synchronsprechern zu hören, bitte nein! Es ist dies eine Frage der Erziehung und der Gewohnheit. Die Schweizer machen es uns vor. Keine Synchronisation. Es ist mir natürlich klar, dass ich hiermit dem „Kinonormalverbraucher“ zu viel zumute. Und so soll er also lieber synchronisierte Filme sehen als gar keine.

Welchen aktuellen Streifen sollte sich weder Jung noch Alt keinesfalls entgehen lassen?

Mario Adorf: Aktuell würde ich den neuen und leider letzten Film von Philip Seymour Hoffmann „A Most Wanted Man“ sowie die bezaubernde französische Komödie „Monsieur Claude und seine Töchter“ empfehlen.

Die Fragen stellte Herbert W. Rabl.


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Oscar-Preisträger Christian Vogt im Gespräch vor Ort

EIN HAUCH VON HOLLYWOOD IN MANNHEIM

Nach seinem Abschluss in Architektur an der Technischen Universität Darmstadt ging Christian Vogt 2004 zu Pixomondo. Anfangs produzierte er noch selber, bevor er 2005 Chef der Produktion wurde. Er klärt alle technischen und kreativen Fragen mit den internationalen Kunden. Heute hat Pixomondo einen Oscar in der Vitrine und ist 2facher Emmy-Preisträger.

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